Prävention und Gesundheitsförderung in Berlin und Brandenburg

Suchtmittel

„Sucht ist kein Randproblem in der Gesellschaft, sondern betrifft viele Menschen in Deutschland. Mit dem Begriff Sucht sind nicht nur die Abhängigkeitserkrankungen gemeint, sondern die Gesamtheit von riskanten, missbräuchlichen und abhängigen Verhaltensweisen in Bezug auf Suchtmittel (legale wie illegale) und nichtstoffgebundene Verhaltensweisen (wie Glücksspiel und pathologischer Internetgebrauch). Sucht ist häufig mit dramatischen persönlichen Schicksalen verbunden. Sie betrifft ebenso beteiligte Familienangehörige, Freundinnen und Freunde oder Kolleginnen und Kollegen. Abhängigkeitserkrankungen sind schwere chronische Krankheiten, die zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und vorzeitiger Sterblichkeit führen können.“ (Öffnet externen Link in neuem FensterBundesministerium für Gesundheit > Öffnet externen Link in neuem FensterThemen von A-Z > Öffnet externen Link in neuem FensterDrogen und Sucht)

Beratung- und Behandlungsangebote können einer Sucht vorbeugen, gesundheitsschädlichen Konsum reduzieren und Hilfen zum Ausstieg geben. Ein Leben ohne Sucht ist selbstbestimmter und gesünder.

Der Verzicht auf Suchtmittel, wie Alkohol, Drogen, Tabak und viele andere, stärkt zu jedem Zeitpunkt Ihre Gesundheit und gibt Ihnen mehr Selbstbestimmung für Ihr Leben. Ein Ausstieg kann allerdings viele Anläufe erfordern: Nutzen Sie Beratungs- und Behandlungsangebote – bis zu Ihrem persönlichen Verzicht auf das/die Suchtmittel.

Rauchen schädigt fast alle Organe Ihres Körpers

Rauchen beeinträchtigt das Immunsystem und erhöht so die Anfälligkeit für Infektionen. Viele Krankheiten dauern bei Rauchern länger als bei Nichtrauchern. Rauchen erhöht das Risiko für Asthma, Impotenz, Raucherbeine, Magen-Darm Erkrankungen und weitere Krankheiten. Zudem verursacht Rauchen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die häufigsten Todesursachen in Deutschland. Dies hat zur Folge, dass Raucher mehrere Jahre früher als Nichtraucher versterben.

Zigaretten mit niedrigerem Nikotin- und Teergehalt sind nicht weniger gesundheitsschädlich, da Raucher den Nikotinmangel oftmals durch intensiveres Inhalieren und einen höheren Konsum ausgleichen. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.rauchfrei-info.de)

Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko

Es gibt kein ungefährliches Rauchen: Der Tabakrauch, der beim Passivrauchen eingeatmet wird, enthält die gleichen giftigen und krebserzeugenden Substanzen wie der vom Raucher inhalierte Rauch. Deshalb hat Passivrauchen ebenfalls erhebliche gesundheitliche Folgen für alle, die Tabakrauch aus der Raumluft einatmen. (Deutsches Krebsforschungszentrum, Passivrauchen und gesundheitliche Folgen: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.tabakkontrolle.de)

Kinder reagieren besonders empfindlich auf die Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper befindet sich in der Entwicklung und ihre Organe können schnell schwer geschädigt werden. Aufgrund der höheren Atemfrequenz nehmen Kinder beim Passivrauchen die Schadstoffe des Tabakqualms in höherer Konzentration als Erwachsene auf. „So atmet ein Kind in einem verqualmten Raum pro Stunde so viele Schadstoffe ein, als würde es selber eine Zigarette rauchen.“ (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kindergesundheit-info.de)

Auch Raucher atmen zusätzlichen Rauch passiv ein: Dieser entsteht beim Verglimmen der Zigarette zwischen den Zügen sowie aus den wieder ausgeatmeten Bestandteilen des Rauchs.

Rauchen ist eine Sucht

Wird der regelmäßige Nachschub an Nikotin nicht eingehalten, kommt es wie bei Alkoholikern oder Heroinabhängigen zu Entzugssymptomen. Dazu zählen etwa Nervosität und Gereiztheit, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit und gesteigerter Appetit. Die Art und Ausprägung der Entzugssymptome ist individuell verschieden und hängt von der Stärke des Suchtverhaltens ab. Ein einfacher Test zur Abhängigkeit von Nikotin ist der Öffnet internen Link im aktuellen FensterFagerström Test.

Mit dem Rauchen aufzuhören ist nicht leicht, aber erreichbar

Viele Menschen schaffen es, mit dem Rauchen aufzuhören. Fassen Sie Mut nun aufzuhören und dieses Ziel weiter zu verfolgen, selbst wenn es mehrerer Anläufe bedarf. Glauben Sie daran, dass auch Sie ein zufriedener Nichtraucher werden können. Der Trend zum Nichtrauchen ist laut einer neuen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ungebrochen. Es gibt eine Reihe von Hilfsmitteln, Tipps und Tricks, die Sie dabei unterstützen können.

Ein rauchfreies Umfeld unterstützt das Nichtrauchen

Ein rauchfreies Umfeld kann es für Sie leichter machen, mit dem Rauchen aufzuhören oder nicht zu rauchen. Bitten Sie deshalb Menschen, in Ihrem Beisein, nicht zu rauchen oder mit Ihnen das Rauchen aufzuhören. Freunde und Bekannte versuchen oftmals, bei einem Bestreben gesünder zu leben mitzuhelfen. Sie können auch Arbeitskreise oder Initiativen wie „Frische Luft für Berlin“ (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.frische-luft-fuer-berlin.de > Mitmachen) unterstützen, die sich um eine Erweiterung der rauchfreien Umfelder bemühen, um beispielsweise öffentliche Räume, Gastronomie oder Eingänge von Krankenhäusern rauchfreier zu gestalten.